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Auf der Suche nach der Ecke
Alles ist rund. Der Treppenabsatz, das Fenster, der Pool – ja sogar das Waschbecken. Selbst nach einem ausgiebigen Urlaub auf Santorini wird man ihn nicht finden, den Stein des Anstoßes. Und das in jeder Hinsicht. Autor: Karolina Wonschik & Jennifer Latuperisa
Perivolas – das klingt wie ein Dorf irgendwo im Schlaraffenland, wie ein Märchen aus einer fernen Kultur, aber auch – und damit liegt man richtig – nach einer Höhle oder einem Versteck. Wer es schafft, seine positiven Emotionen beiseite zu legen, um bei der Rückkehr Freunden das Hotel mit dem lieblichen Namen, das sich an den Klippen der Caldera auf Santorini wie Meeresschaum ergießt, zu beschreiben, vermittelt vielleicht eine Vorstellung, die der Realität sehr nahekommt. Wählt man jedoch die Worte »bezauberndes Hotel«, »klein, aber sehr fein« oder »ein Traum in Weiß«, so kann man einfach nicht erwarten, dass die Zuhörer die überschwänglichen Lobeshymnen glauben. Doch, es ist wahr. Perivolas ist ein weiß getünchter Traum; es ist zudem mit seinen 18 Bungalows klein und sehr fein, und es ist ein entzückendes Fünf-Sterne-Hotel. Weil das Personal unsichtbar, aber aufmerksam ist, weil die Zimmer puristisch, aber liebevoll sind und weil Luxus hier nichts mit überproportionalem Interieur oder goldenen Wasserhähnen zu tun hat.
Aber ehrlich, wer jemals auf Santorini war, wer jemals das weißeste Weiß im Sonnenschein hat leuchten sehen: Der kann nur begeistert sein! Die Insel allein entzückt selbst grimmige Gemüter. Kleine Gässchen schlängeln sich bergauf und bergab vorbei an den Häusern, die allesamt aussehen, als stammten sie aus einer Architektenfeder: Sind sie doch allesamt organisch in den Bimsstein der Vulkaninsel geschlagen worden. Ebenso das Luxusdomizil Perivolas. Das Hotel besteht aus Höhlenhäuschen, die hoch über der tief gelegenen Bucht wie Vogelnester kleben. Mit liebevollen Annehmlichkeiten wurde der Luxus visualisiert, aber die abgerundete Ästhetik vergangener Tage und des Lebens auf Santorini wurden beibehalten. Wer hier nächtigt, teilt sich die Suite mit griechischen mundgeblasenen Vasen, mit Kissen aus handgewebten Stoffen oder speziell angefertigten Möbeln aus dunklem Holz.
An kälteren Tagen flackert das Licht des Kamins, der die Höhle mit warmer Luft versorgt, und im Frühling blühen die omnipräsenten Bougainvilleasträuche. 120 Quadratmeter – und das ist eine beträchtliche Größe für eine Insel, deren Ausmaße doch begrenzt sind – hat das Prestigeobjekt des Hauses – die Perivolas-Suite. Auch hier prägen asymmetrische Bögen und dezente Details, wie ein einsamer Olivenbaum oder ein runder Pool inmitten des privaten Spa-Bereichs, das Hideaway auf Zeit. Es ist die Idylle in der Idylle. Es ist der Ort, der einem keinen Grund gibt, an ihm Anstoß zu nehmen. Es gibt weder Ecken noch Kanten, aber eines – doch, das kann man sagen: 1500 Euro die Nacht ist ein stolzer und leider kein aufgerundeter Preis.
PERIVOLAS TRADITIONAL HOUSES. GR 847 02 Oia, Santorini, Griechenland
BUCHUNG & INTERNET. www.perivolas.gr
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