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Foto: Jorn Hendrikson
AUF ENTDECKERTOUR
Auf große Fahrt! Schon etwas Abenteuerliches vor in diesem Jahr? Wie wäre es denn mit einer Reise ans Ende der Welt, zum Kap Horn? Oder zu einem Ort, der so weit entfernt vom Festland liegt wie kein zweiter auf der Welt? Text: Ulrike Klaas
Galapagos- Kreuzfahrt: Inselhopping zwischen Blaufußtölpeln und Walhaien
Kormorane, die flugunfähig sind, und Spechtfinken, die mit Kaktusstacheln ihre Nahrung zu sich nehmen – die 14 Galapagos-Inseln bieten eine Tier- und Pflanzenwelt, die weltweit ihresgleichen sucht. So reisten beispielsweise Seelöwen aus Amerika oder Pinguine und Robben aus der Antarktis quasi per Treibgut ins Archipel, die sich den Gegebenheiten vor Ort anpassen mussten. Sie entwickelten Besonderheiten, die sie weltweit einzigartig machen. Wie beispielsweise die Meerechsen, deren Vorfahren absolute Landratten waren, die im Laufe der Evolution aber ihren Lebensraum auf das Wasser erweiterten. Somit ist sie die einzige lebende Echse der Welt ist, die ihre Nahrung im Meer sucht – dank spezieller Drüsensysteme. Ein Hingucker sind zweifellos auch die Blaufußtölpel, deren Füße fast unwirklich, wie in einen Eimer blauer Farbe getunkt erscheinen. Wer das 1000 Kilometer entfernt von Ecuadors Festland mitten im Pazifik liegende Archipel erkunden möchte, macht dies am besten auf dem Wasserweg. Denn auch unter Wasser bieten die Galapagos-Inseln spektakuläre Begegnungen beispielsweise rund um die beiden Inseln Darwin und Wolf. Dort begegnen Tauchern Hammerhaie, Seiden- und Galapagoshaie sowie Tümmler. Und mit viel Glück auch Walhaie.
INFO. Luxuriöse Expeditionskreuzfahrten bietet z. B. Celebrity Cruises an. Eine siebentägige Fahrt auf der Celebrity Xpedition kostet ab € 2226 p. P. (Außenkabine) inkl. Vollpension (ab/bis Baltra), www.celebritycruises.de. Exklusive Tauchsafaris bietet z. B. Tourmare an (von Juni bis November jeden Donnerstag ab/bis Baltra und von Dezember bis Mai ab/bis San Cristobal). Eine Woche auf der MY Wolf Buddy kostet € 3390 p. P. (Stationen: Darwin und Wolf sowie die Bartolomé-Inseln), www.tourmare.de
Mit der Stella Australis durch die Gletscher-Allee zum Kap Horn
Am Ende der Welt, wo sich Atlantik und Pazifik die Hand reichen, liegt wohl der größte Schiffsfriedhof der Welt. Rund 800 Schiffe und 10 000 Seelen soll das Kap Horn auf dem Gewissen haben. Mutige vor? Jedenfalls kann eine Umseglung unvorhergesehene Überraschungen bergen, denn das Wetter zeigt sich hier oft unberechenbar. Schuld daran ist der subpolare Einfluss, denn die Wucht der westlichen Luftströmung sorgt ab und an für 20 Meter hohe Monsterwellen. Ebenso überraschend ist es allerdings, wenn die See ihr zahmes Gesicht zeigt und so flach wie Holland daliegt. Vom chilenischen Punta Arenas zum argentinischen Ushuaia und wieder zurück fährt die M/V Stella Australis und bietet ihren Passagieren unwirklich schöne Gletscher- Alleen im Beagle-Kanal und atemberaubende, unberührte Naturlandschaften auf ihrem Weg ans Ende der Welt. Und an Bord der Stella Australis? Da dominiert zurückgenommener Luxus – schwere Teppiche und goldene Kronleuchter sucht man vergebens. Ausschweifende Buffets und Dinnerzeiten ersetzt die Crew mit spannenden Landgängen wie beispielsweise zur Insel Hornos.
INFO. Die Fahrt von Punta Arenas nach Ushuaia dauert vier Nächte und kostet ab € 1198 p. P. bei Doppelbelegung der Kabine. Alle Mahlzeiten und Getränke sind inklusive, Trinkgelder nicht. Die Reise ist z. B. über den deutschen Veranstalter Papayatours buchbar oder direkt unter www.australis.com
Mit der MS Fram zu den Pinguinen in die Antarktis
Der Schnee schluckt die Schritte, sodass nur ein leises Knistern zu hören ist. Fast kommt es einem so vor, als habe noch kein Mensch zuvor seine Spuren auf dem in der Sonne wie tausend Diamanten glitzernden Eis hinterlassen. In der Ferne räkeln sich Robben im Sonnenschein, und die zerklüfteten und gezackten Klippen im Hintergrund sind die Heimat zahlloser Zügelpinguine. Half Moon Island gehört zu den Süd-Shetland-Inseln, die in der endlosen Wildnis der Ant arktis unberührt und erhaben ihr Dasein fristen. Tatsächlich kommt man sich vor wie die großen Entdecker längst vergangener Zeiten, so unangetastet zeigen sich die mit Eis und Schnee überzogenen Inseln. Das luxuriöse Expeditionsschiff MS Fram bahnt sich gelassen seinen Weg durch die eisigen antarktischen Gewässer. Die Route? Die bestimmt der Kapitän erst auf See, denn Wetter-, Wind- und Eisbedingungen müssen sorgsam abgewogen werden. Einzigartige und spektakuläre Orte wie Port Lockroy, eine ehemalige britische Forschungsstation oder Wilhelmina Bay mit faszinierende Aussichten auf riesige Gletscher und bizarre, haushohe Eisformationen – sehr beliebt auch bei Walen und Robben – warten auf die Passagiere.
INFO. Hurtigruten geht mit der MS Fram das nächste Mal am 1. Februar 2013 auf Expedition zum Südpolarkreis. 13 Tage »Expedition Südpolarkreis« kosten € 6215 p. P. (inklusive Linienflug von Buenos Aires nach Ushuaia und zurück sowie Vollpension; An- und Abreise nach Deutschland nicht im Preis inbegriffen). Reise zur antarktischen Halbinsel von Ushuaia aus unternimmt die MS Fram dagegen regelmäßiger. Mehrere Termine ab 29.11.12 bis 11.1.2013. Zehn Tage »Expedition Ant arktis« kosten ab € 4697 p. P. Mehr Informationen unter www.hurtigruten.de
Von Seattle nach Alaska: entlang der schönsten Fjordküste der Welt
Stille Wasser sind tief? Die schneebedeckten Gipfel der Viertausender und die Schäfchenwolken spiegeln sich in der stahlblauen glatten See des Fjords. Das Schiff bahnt sich seinen Weg durch die verzweigten Wasserstraßen der Inside Passage mit ihren 1000 Inseln. Es geht vorbei an dramatischen Bergkulissen, verschlungenen Buchten, kalbenden Gletschern und beeindruckenden Totempfählen. Nordwärts geht es von Seattle aus die eisige Küste Alaskas entlang bis nach British Columbia – eine der schönsten Fjordküsten der Welt. Die sehenswertesten Stationen? Der Küstenort Ketchikan, wo bunt bemalte Totempfähle die Geschichten und den Ursprung der dort lebenden Indianerstämme erzählen. Oder der Tongass National Forest, wo mit Glück viele wilde Tiere wie Rehe, Wölfe, Braun- und Schwarzbären, Bergziegen und Elche vor die Fotolinse laufen. Auch an Deck sollte man nach tierischen Bewohnern Ausschau halten: Delfine, Robben, Buckel-, Mink- und Killerwale sowie Seeotter leben unweit der Küste. Und in der Luft schwebt erhaben der ein oder andere Weißkopfadler vorüber. In der Glacier Bay weiter nördlich treiben haushohe Gletscher ihr Unwesen, und in Skagway, am Ende der Inside Passage, kommen die Passagiere in einen wahren Rausch. Die Geschichte der ehemaligen Goldgräberstadt erlebt man eindrucksvoll im Trail of 98 Museum oder dem Gold Rush Cemetery.
INFO. Eine siebentägige Kreuzfahrt auf der Rhapsody of the Seas (Reederei Royal Caribbean) ab Seattle kostet in der Außenkabine ab € 802 p. P. bei Doppelbelegung der Kabine (ohne Anreise), www.royalcaribbean.de. Wer es lieber etwas privater mag und mehr Zeit auf See verbringen möchte, findet entsprechende Anbieter unter www.alaska-travel.de
Mit dem Frachter Aranui III zu den polynesischen Marquesas im Südpazifik
Wie gelangt man zu einem Ort, der so weit vom Festland entfernt liegt wie kein anderer? Mit einem Versorgungsschiff! Doch um welchen Ort handelt es sich überhaupt? Um die Marquesas, ein Archipel mitten im Südpazifik, 1600 Kilometer nordöstlich von Tahiti. Alle drei Wochen begibt sich die MS Aranui III auf große Fahrt, um die rund 8200 Einwohner der Marquesas mit dem Wichtigsten zu versorgen. Es ist ein wahres Abenteuer à la Bounty, denn auf dem Frachtschiff können eben auch ganz normale Reisende mitfahren. Die 86 Passagierkabinen machen es möglich. An Bord herrscht die typische französisch-polynesische Gelassenheit. Keine Smokings, kein Galadinner, dafür legerer Freizeitlook. Schließlich erkunden die Passagiere eine Region, die nur wenig Menschen vorher besucht haben. Nach zwei Wochen heißt es dann: Land in Sicht. Und was erwartet die Passagiere im Südseeparadies? Eine mitreißende, farbenprächtige und exotische Kultur, jahrhundertealte Kultstätte mit überlebensgroßen Tiki-Figuren auf den Inseln Hiva Oa und Nuku Hiva, die schroffen gewaltigen Felstürme von Fatu Hiva und Ua Pou sowie jede Menge unberührte einzigartige Natur.
INFO. Informationen zum Versorgungsschiff Aranui III gibt es unter www.aranui.com. Eine 14-tägige Schiffsfahrt auf der Aranui III zu den Marquesas ist beispielsweise buchbar über Ikarus Tours (von/bis Papeete) und kostet ab € 5250 p. P., inklusive Flug. Mehr Informationen gibt es unter www.ikarus.com
Von Vietnam bis Kambodscha den Mekong hinab
Der Butler reicht einen trockenen Martini und ein Kissen für den Rücken, während weite Reisfelder, erhabene Tempelanlagen und vollgeladene Barken vorüberziehen. Eine besonders luxuriöse Art, den längsten Fluss Südostasiens zu bereisen, ist eine Fahrt auf The Jahan. Fast 4000 Kilometer windet sich der Mekong durch sechs Länder. Zumindest zwei von ihnen bekommen die Passagiere des Luxuskreuzers zu sehen. Über Saigon, die größte Stadt Vietnams, und Zwischenstationen, wie dem schwimmenden Markt von Cai Be, geht es nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Morgens Tai-Chi auf dem Sonnendeck, nach dem aufregenden Landausflug stilvoll dinieren beim Captain’s-Dinner und den Tag auf dem eigenen Balkon der Suite mit einem Glas guten Weines ausklingen lassen, während die Lichter der Dörfer zu Füßen des Mekong vorbeiziehen. Für Liebhaber gediegener Kreuzfahrten mit allen Annehmlichkeiten das perfekte Reiseerlebnis!
INFO. Eine 13-tägige Kreuzfahrt auf dem Mekong bietet z. B. Windrose an. »Mythos Mekong«, € 6880 p. P. im DZ. Mehr Infos unter www.windrose.de
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