Soweit das Auge reicht
Inseln - wo der Blick auch hinschweift - Inseln: Auch ohne Lupe müssen die Augen auf der Weltkarte nicht lange suchen, um das zu finden, was beispielsweise Appetit macht: Sandwich, Bounty und Cocos reihen sich da in die Zutatenliste von Macdonalds, Starbucks und Cook. Weitere interessante Inselnamen hat das Redaktionsteam im Editorial des Heftes zu einer Geschichte zusammengetragen. Aber auch auf gebundenen Seiten, in Büchern, ist dieses Thema immer wieder zu entdecken. Les- und hörbare Literaturtipps gehören dabei ebenso zum Service für den Leser des Insel Kompasses 2005.
Drei Dinge durften unsere Interviewpartner auf eine einsame Insel mitnehmen. Einer der Gegenüber bezeichnete dabei sein Zuhause als Eiland, was wir zwar als originelle Idee, jedoch nicht als reale Koordinaten im Atlas gelten lassen konnten. Puristisch wirken dabei die Antworten der anderen Gesprächspartner manchmal: Ein Fotoapparat oder Herz, Seele und Verstand gehören da etwa zu den essentiellen Mitnehm-Utensilien. Die perfekten Reisebegleiter empfiehlt die Redaktion zusätzlich, damit das Koffer packen nicht zur Qual wird. Apropos: In unseren Reisegeschichten ist übrigens sowohl etwas für kurz- als auch für weitsichtige Eilandentdecker dabei, denn die Flüge dauern zwischen 2:44 Stunden (Guernsey), über 12 Stunden und 10 Minuten, um auf La Réunion zu landen, bis zum fast einen Tag entfernten Fiji. Elf Inseln warten im Heft auf Ihre Sicht der Dinge! Der „Inselkompass“ II ist ab 28. November im Handel erhältlich.
GUERNSEY: Verschreckt entdeckt!
Zwei Tage waren wir bereits über die Insel gestreift. Ein Eiland, das unsere Herzen im Anflug eroberte. Denn aus den Fenstern der Propellermaschine sah die 87 Quadratkilometer große Kanalinsel aus wie der Wasserfarbkasten meiner vierjährigen Tochter. Neben dem farbenfrohen Mix kommen am Boden kauende Kühe, zerklüftete Klippen, einsame Strände, fangfrischer Hummer sowie der typische Mix aus englischer Tradition und französischer Leichtigkeit hinzu. Das alles hat uns nur in einer Entscheidung bestärkt: Wir kommen wieder. Während sich der blaue Dunst aus dem Auspuff den Weg in die Wohnzimmer der Anlieger bahnte, war ich mir nicht mehr sicher, ob wir jemals zurückkehren werden.
Unsere Teufelskarre wollte nämlich mit dem Kofferraum voran ein Waldstück hinunter, das zwar geprägt war von hohen dichtgrünen Bäumen, aber mit einem Gefälle, bei dem Martin Schmidt die Skispringlust überkommt. Während ich versuchte, meine Gliedmaßen zu koordinieren, blickte mich meine liebe Kollegin erschrocken an. Rechts sitzen, links fahren. Rechts bremsen, links schalten. Plötzlich war auf keine Routine mehr Verlass. Wild mit dem Fuß fuchtelnd versuchte ich von der Bremse das Gaspedal zu betätigen. Doch dabei ließ sich der geschundene Kleinwagen nur ein paar weitere Meter gen Meer fallen. Während ich mit dem störrischen Gefährt haderte, blieben meine Gedanken bei einer Skulptur von Alan Biggs aus dem Sausmarez Artpark. „Cartwheeler“, ein Mädchen, das Rad schlägt. Eine Art Vorahnung für die kommenden 30 Minuten. So nah am Abgrund hatte ich mich noch nie gefunden – knapp bin ich dem spukenden Schicksal entkommen, dem netten Jeep-Fahrer sei Dank! Am nächsten Morgen parkte meine Kollegin den Wagen sicher am Pier von St. Peter Port und wir bestiegen die Fähre zur zwei Quadratkilometer kleinen Insel Herm. Neben der Stille hat die Insel noch einen enormen Vorteil: Sie ist autofrei!
Autor: Jennifer Latuperisa
LA REUNION natürlich!
Ein gewaltiges Grollen geht durch die Luft, feuerrote Schnüre schlängeln sich vor meinen ungläubigen Augen in meine Richtung – die scharfe Rougail-Tomatensauce auf dem Teller regt wohl nicht nur die Geschmacksnerven an. Der imaginäre Vulkanausbruch könnte auch von den Erzählungen des Reiseführers David rühren. Gemeinsam besprechen wir in einem kleinen, aber umso bunteren Restaurant der an der nördlichen Küste gelegenen Hauptstadt St. Deniz den kommenden Tag - Historie inklusive. Da kommt La Réunion nicht an den die Erdkruste durchbrechenden Lavaschächten vorbei: Vor zweieinhalb Millionen Jahren war es lediglich ein Krater, der dem „Piton de Neiges“ nach Einstürzen und Erosion seine heute 3071 Meter große Gestalt im Inselinnern gab.
Die Geschichte begann, einige andere Krater kamen hinzu. 440 Meter kleiner ist der „Piton de la Fournaise“, dafür aber umso aktiver: Der im östlichen Zipfel liegende Vulkan gesellte sich schließlich erst vor 380000 Jahren zu seinem ältesten Bruder. Manchmal gewähre der letzte Aktive einen Einblick aus seiner Tiefe, erzählt der 39-jährige David während der luftigen Autofahrt gen Osten: „Das habe ich Anfang diesen Jahres erlebt.“ Da habe er sich mit seiner chinesischen Mutter und seinem französischen Vater dorthin aufgemacht, um das krachende Schauspiel von „weiter Nähe“ zu erleben.
La Réunion ist übrigens dank ihrer Bevölkerung Europas, Afrikas, Indiens und Chinas genauso buntgemischt wie die Natur. Noch staune ich über das Grün der Zuckerrohrfelder am Küstenstreifen und über das klare Cyan des Wassers, da berichtet mein sommersprossiger Begleiter von den 160 weltweit einzigartigen Pflanzen hier...
Autor: Wibke Roth
FIJI – Wunderwelt am Wasser
„Bula“ – dieser herzliche Willkommensgruß wird Besuchern der Fiji-Inseln unvergesslich bleiben. „Bula“ bedeutet auch „Gute Gesundheit“ oder einfach nur „Entspannen Sie sich“. Und in diesem Südseeparadies fällt das wahrlich nicht schwer. Mitten im Herzen des Südpazifiks gelegen, erfüllt Fiji den Traum vom Paradies: Weiße unberührte Sandstrände, herrliche Korallengärten, hunderte von Orchideenarten, stattliche Palmen und glutrote Sonnenuntergänge. Fiji umfasst etwa 330 Inseln, davon sind weniger als die Hälfte bewohnt. Die größte der Inseln ist Viti Levu, auf der auch Fijis Hauptstadt Suva mit ihren rund 165.000 Einwohnern liegt. Die Fijianer sind für ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft bekannt, und wer einmal das Tropenparadies gesehen hat, weiß, warum die Menschen hier so fröhlich und unbeschwert sind, denn Fiji ist einfach unwiderstehlich schön. Und nirgends auf der Welt ist Nichtstun so angenehm wie hier.
Einfach unter der Südseesonne faulenzen, die Wärme, Ruhe und Freundlichkeit der Bewohner und ihres Landes in sich aufnehmen. Die meisten Fiji-Resorts und Hotels verwöhnen dazu mit Spa- und Wellnessangeboten, Massage und Beautypflege. Besonders Wasserratten sind auf Fiji ganz in ihrem Element. Riesige, bunte Fischschwärme, schillernde Korallenriffe, Spinnerdelfine und Meeresschildkröten - bei einer so farbenprächtigen und faszinierenden Unterwasserwelt, wie es sie hier zu bestaunen gibt, heißt es unbedingt abtauchen. Die Riffe der Inselgruppe Mamanuca sind so berühmt wie spektakulär. Beispielsweise das Tauchrevier Malolo Barrier Reef, wo Taucher Riffhaie und Grauhaie füttern und sogar weiße Haie entdecken können. Hier schlummern auch einige Schiffwracks und sogar ein gesunkenes Kreuzfahrtschiff.
Autor: Lucia Ellenrieder
KOMPASS
TRAUMINSELN
Lesen:
Die Schatzsucher, Carlos Botero – Droemer, Euro 19,90.
Tropicana:
Mit diesem Shopper von Longchamp wird der Einkaufsbummel zum Törn, um Euro 455.
Türkis:
Ein scheinbar schwebender Diamant, zeigt an, welches Stündchen geschlagen hat. Von Bell & Ross, Euro 6900.
Gelb:
Meersalzkristalle und Zucker lösen verhornte Körperzellen. »Gommage Tonic Corps« von Clarins pflegt und erfrischt, um Euro 33,50.
Hören:
Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher – Euro 24,95.
Hairport:
Blondschöpfe schimmern mit Sheer Blonde Blattgold-Highlight- Wachs, Euro 7,49.
Reisebegleiter:
Atemlos erfrischend küsst es sich mit dem Aveda Peppymint gleich besser, Euro 8.