Ab wann darf man sagen: »Ich habe ein Abenteuer erlebt.«? Wenn man das gewohnte Umfeld verlässt, um etwas Riskantes zu unternehmen, bei dem der Ausgang ungewiss ist, sagt die Definition. Aha! Dann gilt eine Trekkingtour in Thailands Nationalparks wohl als Abenteuer! Warum? Ungewohnt sind die spärlichen Bambushütten, in denen man übernachtet. Ungewöhnlich ist es auch, dass man sich den Weg zwischen Lianen und anderem Gestrüpp mit einer Machete frei schlagen muss. Das kommt in unseren heimischen Wäldern eher selten vor. Somit habe ich auch das gewohnte Umfeld verlassen. Dazu gehört wohl auch, dass der gewöhnungsbedürftig schaukelnde Rücken eines Elefanten den bequemen anschmiegsamen Autositz ersetzt. Riskant ist zweifellos der matschige Boden, der so glitschig ist, dass es fast einfacher scheint, in Bowling- Schuhen eine Eisfläche zu überqueren. Durchaus riskant sind auch das Schwimmen mit Wasserschlangen, oder Blutegel, die sich an der Haut festsaugen wie ein Staubsauger am Badezimmerteppich. Nur keine Panik! Denn wie viel Abenteuer man erleben möchte, liegt in den eigenen Händen. So gibt es verschieden lange Touren für verschiedene Ansprüche: Eintagestouren, wo die Gruppen im Dschungel »nur« wandern oder Drei- bis Fünftagestouren, bei denen ein Elefantenritt, eine geruhsame Flussfahrt auf Bambusflößen oder wahlweise ein richtig wilder Rafting-Trip und natürlich Trekking auf dem Programm stehen. Für die 33-jährige Carla Kaiser war der Trekkingtag mit Übernachtung im Khao-Yai-Nationalpark »ein wirkliches Erlebnis«, allerdings war ihr der eine Tag im Dschungel »Abenteuer genug«. »Bei blutigen Kadavern am Wegesrand und Krallenspuren von Bären in der Rinde der Bäume wurde mir schon etwas mulmig«, erzählt die Fotografin. Richtig ins Schwärmen gerät sie bei der Tierwelt: »So viele verschiedene Vögel habe ich noch nirgends gesehen. Am spaßigsten fand ich die schwarz-gelben Nashornvögel, weil die so brummende Geräusche von sich gegeben haben.« Und die Tierwelt birgt noch andere Überraschungen: »Erst dachte ich, das ist ein Ast, aber als der sich dann bewegte, hab ich mich schnell davongemacht«, erzählt Lena Döring vom plötzlichen Auftauchen einer Wasserschlage während sie in einem Wasserfall badete. Im vergangenen Jahr reiste die 25-jährige Studentin mit ihrem Freund in Thailand umher und wanderte auch drei Tage durch den Doi-Inthanon-Nationalpark im Norden des Landes. »Man läuft durch den Dschungel, übernachtet bei einem Bergvolk in einfachen Bambushütten auf Stelzen und reitet auf Elefanten so schmale Pfade entlang, dass man meint, da kommen die nie durch«, beschreibt die Studentin ihren Dschungeltrip. Ihr Fazit: »Nicht ganz ungefährlich das Ganze, vor allem der Rafting-Trip, aber die Tour ist abwechslungsreich und abenteuerlich.« Wie war gleich die Definition von Abenteuer? Etwas Riskantes mit ungewissem Ausgang? Dann ist Trekking in Thailands Nationalparks wohl eher ein wohldosiertes Abenteuer, denn nicht zuletzt sorgen die Guides dafür, dass der Ausgang des Abenteuers gewiss ist. Der da wäre: Alle verlassen quietschfidel und voller Eindrücke den Park mit der für sie perfekten Portion erlebtem Abenteuer im Gepäck!TOUREN.
Die Länge der Touren variiert von einem bis zu fünf Tagen. Wandern, Elefantenritt und Rafting sind meistens inbegriffen. Wichtig ist es, vorher abzuklären, wie der Ablauf sein wird, also wo übernachtet und wie lange am Tag gewandert wird, um die Tour genau auf individuelle Bedürfnisse abzustimmen Der Preis berechnet sich nach der Gruppengröße. Drei Tage Trekking Für einen Trekkingtag bezahlt man bis zu € 68 pro Person bei insgesamt zwei Personen. www.activethailand.com oder www.wayfarersthailand.com. Es gibt auch deutsche Pauschalangebote die eine Thailandrundreise mit einer Trekkingtour kombinieren. 18 Tage mit Dschungelwanderungen, Elefantenritt und Floßfahrt kosten rund € 2695 pro Person, www.rundreise.de oder www.erlebe-thailand.de
INFOS.
Über das Thailändische Fremdenverkehrsamt, Bethmannstr. 58, 60311 Frankfurt a. M., Tel.: 069 1381390, www.thailandtourismus.de
»Nicht von dieser Welt«, schießt es mir durch den Kopf, während mein Blick über die fünf maiskolbenförmigen Steintürme wandert, die sich knapp 250 Meter vor den Himmel strecken. Gerade habe ich die äußere Einfassungsmauer passiert und nähere mich dem westlichen Haupteingang, der direkt ins Prunkstück der antiken Stadt Angkor führt: Angkor Wat, die »königliche Stadt, die ein Tempel ist«, so die Bedeutung des ehemaligen Wohnortes und Tempels des Khmer-Herrschers Suryavarman II. Immer den Blick nach Westen, zum Totenreich der Hindus, wachte er hier nach seinem Tod in einem Mausoleum im prachtvollen Haupttempel. Mein Weg führt mich über den Pilgergang ins Zentrum des antiken Kambodscha. Wie es sich für einen anständigen Pilger gehört, ist der Marsch zum Ziel mit Schweiß verbunden. Heiß ist es, vielleicht 40 Grad im Schatten. Rechts und links sieht man große Wasserbassins. Mit dem dort gesammelten Wasser versorgte der König die rund 20000 Menschen, die hier, zwischen den äußeren Mauern, lebten. Von 1113 bis 1150 hatte ihr Herrscher dieses heilige Haus Vishnus errichten lassen. Da er sich selbst als Inkarnation desselben verstand, war ihm für seinen Wohnsitz das Beste gerade gut genug. Henri Mouhot hatte das vergessene Wunder Angkor in den 1860er-Jahren wieder entdeckt. Zu dieser Zeit lebten hier längst andere Götter. Nach der religiösen Revolution und einer Invasion aus Thailand wandelten die Nachfahren des göttlichen Königs im 13.Jahrhundert ihr Prunkstück in ein buddhistisches Kloster um. Auch die haben ihre ewigen Spuren hinterlassen, wie kunstvolle Fresken und Figuren der Galerie der 1000 Buddhas beweisen. Angkors Highlight ist der zentrale, um die 50 Meter hohe Turm. Mit meinen Sandalen Größe 46 passe ich gerade auf die Quader. Der Dschungel ringsum leuchtet in sattem Grün. Giebel, Galerien, Götter, Gestalten und die zahlreichen anderen Details der Anlage lassen mich staunen und schweigen. Als Lohn der anstrengenden Pilgerei warten jetzt 1700 Nymphen auf uns. Die letzten Säulengänge winden sich schmucklos in die Höhe. Der Blick, so haben es die Baumeister damals gewollt, soll nach oben wandern. Dort, an der Schnittstelle zum Himmel und zum Göttlichen, liegt die Grabkammer, die König Suryavarman II. vorbehalten ist. Dort stehe auch ich und sehe sie: 1700-fach lächeln mir die Apsaras entgegen, himmlische Tänzerinnen, die den hübschesten Frauen des Landes in ihrer freizügigen Garderobe nachgebildet wurden. Bei 1000 Bauwerken, die die Khmer im heutigen Weltkulturerbe zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert errichtet haben, hat man die Qual der Wahl. Mithilfe meiner Übersichtskarte habe ich eine Fläche unter die Räder meiner Rikscha genommen, die größer ist als das heutige Paris. Drei Tage hatte ich Zeit umherzustreifen. Und bin danach um eine Erkenntnis reicher: Schönheit erfreut auch die Götter.ANREISE.
Zurzeit gibt es aus Europa keine Direktflüge nach Kambodscha. Sehr gute Verbindungen bietet Thai Airways via Bangkok aus Frankfurt a.M. an
EINREISE.
Zur Einreise benötigt man ein Visum. Das Touristenvisum wird direkt am Flughafen oder in der kambodschanischen Botschaft in Deutschland (Benjamin-Vogelsdorff-Straße 2, 13187 Berlin) ausgestellt
BESTE REISEZEIT.
Zwischen November und Mai
INFOS.
Über Indochina Services, Enzianstraße 4a, 82319 Starnberg, Tel.: 08151 77 02 22
INTERNET.
www.indochinaservices.com
HOTEL.
The One Hotel Angkor in Siem Reap ist ein wunderbares Hideaway – ein All-Suite-Hotel, ab USD 250 die Nacht The Passage, Old Market Area, Siem Reap, Kingdom of Cambodia, www.theonehotelangkor.com
Buddha express
NACH LONDON.
Dickköpfig, wie die Briten sind, bestellen sie nur Buddhaköpfe. 24 Zentimeter hoher Kopf aus Polyresin, um € 9, über www.dekoshop foryou.de
NACH MOSKAU.
Ein Goldpatinierter Buddha aus Palmholz muss schon her! € 165, über www.moebel kolonie.com
EXPRESS NACH PARIS.
Ob der sitzende Glücksbuddha dort noch dicker wird? Um € 13, über www.asiatische- wohnkultur.de
NACH SYDNEY.
Bodypainting war früher. Jetzt sind Buddha- Masken aus Suarholz gefragt. € 28, über www.asiatische-wohnkultur.de.